Freitag, 29. Oktober 2010

Journalistisches für GT - Grand Tourisme Worldwide



Interessante Menschen wohnen in Hamburg manchmal fast um die Ecke. Nur weiß es keiner. Einer von Ihnen ist Manfred Siedler. Er hat in den letzten Jahren eine großen Wissens-Datenbank rund um das Thema Wasser entwickelt. Rena Larf führte für GT ein Interview mit dem rührigen Portalbetreiber, dessen Aqua-Globe Magazine gerade als Einzelprojekt der Dekade für nachhaltige „Bildung und Entwicklung“ von der UNESCO ausgezeichnet wurde.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Mein Artikel "Wenn Hamburg erwacht – Oktoberimpressionen aus dem Herzen der Stadt" auf GT-Worldwide:


Paris, my Love


Licht und Liebe: Mit Rena Larf nach Paris

erschienen in GT- Worldwide

Wenn man zu seinem Geburtstag eine Kurzreise nach Paris geschenkt bekommt, dann entweder von Menschen, die es gut oder schlecht mit einem meinen. Gut, weil man endlich mal wieder in diese wunderbare Stadt reisen darf, selbst wenn es im März ist -  oder weil man es nur so kurz tun darf. Aber vor allem durfte ich es allein!
Das letzte Mal, als ich in Paris war, war die schöne Perle an der Seine für mich die Stadt der Liebe. Wir haben uns ernährt von Luft und Leidenschaft, und ab und an, war ein wenig Käse und Rotwein dabei. Da schaut man weder links noch rechts, lässt sich treiben vom Verliebtsein. Kommt kaum aus dem Hotelzimmer raus und macht das, wofür Paris berühmt ist: Liebe.
Und Französisch konnte ich damals auch wesentlich besser.
Heute reicht es gerade für ein:«Oui, je parle un peu de francais.»
Das Paris von heute hat sich verändert seit damals. Ich bin älter geworden. Die Stadt auch. Hier und da blättert die Farbe von Gebäuden und Toren. Aber das tat es damals auch schon.
Ein wenig Laissez-faire weniger an der einen oder anderen Stelle würde dieser Stadt der Künstler, Bonvivants und Liebenden gut tun. Nicht nur für den Tourismus, sondern auch für das Auge.
Heute ist es das Paris von Sarkozy und Bruni. Wahrscheinlich wird dabei auch hier mehr auf die eigene Fassade Wert gelegt, als auf die der prächtigen Stadtvillen und Boulevards.
Die Schlangen im Louvre schenke ich mir. Die Mona Lisa wird sich auch nicht verändert haben. Ihr Lächeln, immer noch so bezaubernd und unergründlich wie damals, das Bild unscheinbarer als sein Ruf. Das berühmte Überbleibsel der Weltausstellung von 1889, der Eiffelturm lädt zu einem Besuch ein.
Er gilt nicht nur als Wahrzeichen von Paris, das man sich gern als Souvenir in Mini-Format in dem berühmten Kaufhaus Galeries Lafayette in die Einkaufstasche steckt, sondern als Symbol für ganz Frankreich.
 

Allein, es sind oft die kleinen Dinge des Lebens, die einen auf den Pariser Boden zurück bringen. C’est la vie! Wieder einmal funktioniert der Aufzug nicht, und die wartende Schlange zerstreut sich in alle Winde. In das nächste Bistro, das nächste Restaurant. Stärkung suchend für den Abend in der schönsten Stadt Europas, wie viele sagen. Englisch sollte man können, wenn es mit dem Französisch hapert. Deutsch wird weiterhin ungern gesprochen. Aber wer spricht in Deutschland schon Französisch?
Das, was ich damals verpasst habe, hole ich heute nach. La Tour Montparnasse zum Beispiel: Das Ticket kostet 11€uro, aber das ist es mir wert. Ich fahre mit den anderen Besuchern in einem rasant anfahrenden Fahrstuhl in den 56. Stock zur öffentlichen Aussichtsetage. Keine 40 Sekunden später ist das komische Gefühl im Kopf verschwunden und Paris zeigt sich dem begeistertenVisiteur als Stadt der Superlative. Als Stadt des Lichts, als lebendige, pulsierende Metropole, die jeden sofort in ihren Bann schlägt, der diese Perspektive am Abend einmal erleben durfte. Eine Aussicht, die süchtig macht. Man verfällt diesem Anblick augenblicklich. Und hält den Atem an.
Oder gerät in begeistertes Gelächter wie die Japaner neben mir.

An jedem Fenster sind beleuchtete Karten positioniert, damit der Besucher die berühmten Bauwerke der Stadt auf Anhieb findet. Aber wer braucht die schon?
Die Lichter der Nacht weisen zielstrebig den Weg zur Avenue des Champs-Élysée, die ihren Glanz im Dunkel nicht verloren hat, auch wenn sie am Tage eher gewöhnlich aussieht. Immer mehr Fast-Food-Filialen erobern die Prachtstraße. Aber das sieht man hier oben nicht. Genauso wenig die Staus, die unorthodoxe Fahrweise der Franzosen, der schon mal die ein oder andere Stoßstange zum Opfer fällt.
Versuchen Sie in Deutschland mal unbeschadet einen so großen Platz wie den Place Charles de Gaulle über mehrspurige Fahrbahnen als Fußgänger zu überqueren. Hier gelingt es. Auch wenn man vorher dachte, dass man unmöglich Lücken zwischen den vorbei flitzenden Autos finden kann.
Was habe ich an zwei Tagen noch gemacht?
Ich habe auf den Stufen der Basilika Sacré-Cœr gesessen. Normalerweise klappt das nie, weil zuviel Touristen den Hügel über Paris bevölkern. Aber das wollte ich immer schon mal machen, auch wenn es etwas kalt am Po war. Die Jahreszeit. Das ist wohl eher etwas für den Sommer, wenn man auch von hier aus einen wunderbaren Blick über Paris hat.
Ich habe mir die fliegenden Händler auf dem Montmartre vom Hals gehalten, egal wie hartnäckig sie waren, um ihre Armbänder, Ringe und Jadeschnäppchen an die Frau zu bringen.
Ich bin im Le Fouquets auf den Champs-Élysée essen gewesen, wie damals.
Und der Zander war auch diesmal genauso wunderbar zart, weiß und saftig, der Service charmant und zuvorkommend. Auch wenn ich alleine am Tisch saß, hatte ich nicht das Gefühl es zu tun.
In einem der vielen Bistros habe ich morgens gefrühstückt, weil ich es liebe, die Menschen in diesen urgemütlichen Lokalen zu beobachten, in denen man oft die Tischchen wegziehen muss, um auf den Bänken an der Wand Platz nehmen zu können. Und das tue ich zu gern, weil ich dann den ganzen Raum im Blick habe. 
Ich liebe es, dieses Savoir Vivre, diese französische Lebensart, mit meinem Café au Lait einzusaugen aus einem vielstimmigen Gemurmel in einer Sprache, die ich nur noch leidlich verstehe, aber die so lebendig, farbig und temperamentvoll klingt, wie es die deutsche Sprache niemals könnte.
 

Die unvergleichliche Sammlung impressionistischer und post-impressionistischer Kunst am Wasser im Musée d'Orsay habe ich mir angeschaut, weil ich Monet, Gauguin, Manet und Pissarro liebe.
 
Ich bin Métro gefahren, habe mich verfahren, habe gefunden, wohin ich wollte – die Kathedrale Notre-Dame. Und musste mir am Ende meines Trips nach Paris eingestehen, dass ich die Turmbesteigung zu meinen geliebten Gargoyles lieber nicht wage, da die enge Treppe zum Turm hinauf noch ausgetretener war als damals und das dünne Geländer irgendwie noch rostiger.
Ja, Paris, mon Amour– das ist sehen, atmen, fühlen. Er-Leben.
Das ist die Seine-Metropole, die man entweder auf Anhieb hasst oder liebt.
Aber wenn man sie liebt, dann kann man auch nach vielen Jahren immer wieder feststellen: Alte Liebe rostet nicht! Ich komme wieder.
„Wenn der liebe Gott sich im Himmel langweilt, dann öffnet er das Fenster und betrachtet die Boulevards von Paris.“  Heinrich Heine




... und die Seine gurgelt ihr ewiges Lied von dieser Stadt, die ist, wie keine Zweite ...






Fotos: Rena Larf