Mittwoch, 12. Dezember 2012

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

Der Urlaub naht und die Zeit für Weihnachtsgrüße.
Ich wünsche euch eine schöne, stimmungsvolle Zeit!


Montag, 19. November 2012

Shalom macht man mit Shalom und nicht mit Krieg

Krieg und Frieden, Gaza und Israel, Menschsein und Menschbleiben in Zeiten von Beschuss und Bombardierung.


Rena Larf schreibt über ihre israelische Freundin Tamy Markuz auf GT-Worldwide - freies Magazin für Politische Kultur 





Shalom macht man mit Shalom und nicht mit Krieg


Von Rena Larf
19.11.2012
Kein vernünftig denkender Mensch möchte Krieg, egal wo er lebt, welche Religion er hat, wie er heißt oder aussieht ...
Im Zuge der Operation „Säule der Verteidigung“ stehen israelische Panzer in Wartebereitschaft für die Bodenoffensive an der Grenze zum Gazastreifen. Kein Einmarschbefehl. Noch nicht. Raketen aus dem Gazastreifen treffen Israel, das israelische Militär bombardiert weiterhin Gaza-Stadt, der Sitz der Hamas-Zentrale ist bereits zerbombt.
Ein neuer Krieg zwischen Israel und den Palästinensern droht.
Nun reist der deutsche Außenminister, Guido Westerwelle, ins Krisengebiet. In Tel Aviv gibt es den 5. Luftalarm.

Unabhängig davon, dass ich denke, dass ein Außenminister wie Westerwelle weder das Aktionspotential und die Überzeugungskraft noch das Charisma hat, ein Ende im Gazakonflikt zu forcieren, muss ich auch feststellen, dass in Deutschland die Ansicht dominiert, dass dort nie Ruhe herrschen wird.
Meine Freundin Tamy lebt in Israel. Ich kenne sie noch aus ihrer Zeit in Hamburg-Bergedorf, als sie nicht weit vor mir gewohnt hat und dort ihre Praxis und Schule für Wellness und Massage hatte.
Ich möchte von Tamy aus erster Hand wissen, wie es ihr im alltäglichen Leben mit dieser schrecklichen Realität geht und wie diese ihr in den israelischen Medien begegnet.
Tamy, was denken DU und die Menschen um dich herum über Krieg und Frieden?
Sie sagt, dass sie dort lebt, wo momentan nichts passiert. Tamy sagt auch, dass sie Frieden will und absolut gegen Krieg ist und dass die Menschen im Allgemeinen ruhiger sind als im Golf Krieg. Das klingt kriegserfahren in meinen Ohren. Global: War-Experience.
Aber sie sagt auch, dass es die Menschen in Israel satt haben, dem ständigen Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen ausgesetzt zu sein; und dass sie ein Recht haben, sich und ihr Land selbst zu verteidigen. Viele Jahre haben sie nichts dagegen gemacht in den südlichen Städten des Staates. Und jetzt sei der Moment für die Armee gekommen, sich zu wehren.
In erster Linie wurde die Gefangennahme Gilad Schalits gesühnt, der im Juni 2006 durch militante Palästinenser aus Israel entführt und anschließend an einen unbekannten Ort im Gazastreifen gebracht wurde. Die Israelis, sagt Tamy, wollten nichts tun, bevor Gilad nicht wieder zuhause war, empfanden dies jedoch als außergewöhnlich große Demütigung für ihr Volk, die hart bestraft werden musste.
2011 einigten sich die israelische Regierung und die Hamas auf einen Gefangenenaustausch, wodurch Schalit am 18. Oktober nach Israel zurückkehren konnte. Dafür bekam die Hamas 1027 palästinensische Häftlinge frei. Aber  Entführung und Schmach waren nicht vergessen.
Der Palästinenser Zuher al Kesi, wurde im März 2012 bei einer planmäßigen Aktion der israelischen Luftwaffe getötet. Ein weiterer Verantwortlicher, Ahmed al-Dschabari, der schon lange auf Israels Todesliste stand, wurde im November 2012 von einer israelischen Rakete in seinem Fahrzeug getötet.
Die ganze Aktion sollte eigentlich die Hamas warnen, dass Israel stark ist und sich dieses Vorgehen nicht bieten lässt, sagt Tamy. Auch nicht den ständigen Beschuss aus dem Gazastreifen auf die südlichen Städte Israels, allen voran Sderot nahe des nördlichen Gazastreifens, eine Stadt die tagtäglich mit dem Horror und der Angst leben muss.
Tamy erläutert mir, dass die israelische Armee eine so genannte Target-Bank hat, in der die wichtigen Ziele der Hamas gelistet sind. Menschen, Gebäude. Laut Tamys Aussage, sollen sich Angehörige der Zivilbevölkerung nicht neben Hamas-Mitgliedern und Hamas-Quartieren aufhalten, damit keine Unschuldigen getötet werden und die israelische Air Force präzise ihre Nadelstiche setzen kann.
Keine Moscheen werden angegriffen, aber wie sehr das letztendlich greift, ist nicht bis in letzte Detail planbar. Wir alle wissen, so etwas fällt unter den militärischen Begriff: Kollateralschaden!
Tamy schaut sonst nie regelmäßig Nachrichten. In diesen Tagen kommt auch sie nicht daran vorbei. Es wird der Eindruck erweckt in den Medien, dass die israelische Armee sehr stark ist. Sie denkt, dass die Palästinenser sehr mutig sind, sich gegen diese Militärstärke zu richten, die doch nur das Ziel hat, dass die Hamas mit dem Raketenbeschuss aufhört und endlich Frieden herrscht.
Ältere Juden sagen, man solle einfach reingehen in Gaza. Und versuchen, das "zu regeln". Was auch immer und wie damit gemeint sei. Aber Tamy weiß auch: Shalom macht man mit Shalom und nicht mit Krieg. Ihre Worte. So einfach, so verständlich. 
„Warum können die Jungs nicht einfach aufhören und die Hamas dankt ab?“ fragt sie.
Tamy selbst fühlt sich momentan sicher. Sie lebt in Kfar Saba, nördlich von Tel Aviv, eine Stadt in der keine Panik herrscht, auch wenn man nicht weiß, was noch kommt. Dort sind schon 50 Familien als Gäste aufgenommen worden. Flüchtlinge um es genau zu sagen. Aber Gäste klingt schöner!
Sie sagt, das Beste an so einer Scheißsituation ist, dass es die Menschen nah zueinander bringt. Alle halten zusammen. Schade, dass das erst passiert, wenn es einem wirklich schlecht geht, sagt Tamy. Sie sagt, es ist auch schade, dass die Juden einen eigenen Staat für sich brauchen, schade, dass die Menschen nicht einfach toleranter mit einander umgehen und ohne verheerende Kriege leben können.
Tamy kommt alles wie ein beschissenes Computerspiel für Erwachsene vor. Mit der Lizenz zum töten!
Sie wirkt bedrückt. Tamy sagt, dass sie in Deutschland viele arabische und iranische Kunden - und Freunde - hatte: „Ich finde es traurig dass wir nur "dort" - in Hamburg - Freunde ohne Angst sein können.


Rechtsradikalismus in Deutschland: Getarnte Chamäleons warten auf ihren Einsatz: Kolumne von Rena Larf auf GT-Worldwide - freies Magazin für Politische Kultur


Seit über 60 Jahren gehört der Nationalsozialismus in Deutschland der Vergangenheit an? Dem istnicht so. In Zeiten von Mini-Wirtschaftswachstum, großen Firmenpleiten, verlorenen Arbeitsplätzen, Eurokrise und Untergangsstimmung haben Neonazis in Tarnkleidung leichtes Spiel mit ihrem nationalistischen Gedankengut. Öffnet internen Link im aktuellen Fensterlesen

Sonntag, 28. Oktober 2012

Eine seltene Begegnung mit Goethe



Eine schöne Reisegeschichte mit dem Touch eines Mysteriums...

Die beste Bildung ist ein gescheiter Mensch auf Reisen:

Eine seltene Begegnung mit Goethe
© Rena Larf

 
Johann Wolfgang von Goethe reiste im Jahr 1786 nach Rom. Im Tagebuch über diese italienische Reise schrieb er auch folgende Sätze, die nachfolgend wieder gegeben sind:

„...Von Bozen auf Trient geht es neun Meilen weg in einem fruchtbaren und fruchtbareren Tale hin. Alles, was auf den höheren Gebirgen zu vegetieren versucht, hat hier schon mehr Kraft und Leben, die Sonne scheint heiß, und man glaubt wieder einmal an einen Gott...“
(Zitat Ende)


Deutschnofen, 14.Oktober 2012

 ‚Ich habe hier über dem Eggenthal, welches ostwärts von Bozen aus abzweigt, ein schönes Kirchlein entdeckt, dass mir wert ist, zu beschreiben. Die Wirtin vom Kreuzhof, der gleich neben dem Kirchlein liegt, machte mir Speck, Käse und Brot zurecht, zudem einen roten hausgemachten Wein, der vorzüglich schmeckt und meinem Geist nun jene Leichtigkeit schenkt, die alle Last im Tornister meines Lebens erträglich macht. Ich sitze auf einer Bank direkt am Kirchlein, vor mir ein Baumstumpf als Tisch, darauf all die beschriebenen Wohlgeschmäcke. Wende ich mich nordwärts, türmt sich ein großes Gebirge auf, das hier den Namen ‚Rosengarten’ trägt. Ein wahrlich schöner Anblick gibt sich mir, da die abendliche Sonne jetzt den wuchtigen Fels zu einem fuchsigen Glühen bringt und mein Verweilen in höchstes Glück tränkt. Nun zum Kirchlein. Bei meiner Ankunft erzählte mir die Wirtin darüber und übergab mir den Schlüssel. Ich trat sogleich ein und ließ alles auf mich einwirken. Das Kirchlein wurde der heiligen Helena gewidmet und stammt aus dem 14.Jahrhundert. An den Innenwänden bestaunte ich viele Fresken, die um 1410 von einem Meister der Bozener Schule stammen. An der Außenwand beim Haupteingang, befindet sich die übergroße Gestalt eines Christopherus und ein Steinrelief mit der heiligen Helena und dem Kirchenstifter. Obwohl ich noch so viel hier aufschreiben möchte, schließe ich jetzt, da ich heute noch in Trient ankommen möchte.
Aufschreiben will ich noch, dass ich hier Tommaso, einen Gastwirt aus Brenzone am Gardasee traf und er mir auf meiner Weiterreise den See, das Örtchen und sein Haus als Quartier empfohlen hat. Ich will dieser Empfehlung folgen.’

Der Fremde, der das alles in ein Leder gebundenes Buch schrieb, legte seinen Stift zur Seite, prostete mir zu und trank vom köstlichen Wein. Ich tat ihm gleich, untersuchte dabei aber neugierig sein Buch, das noch aufgeschlagen dalag. Ich sah seine Zeichnung vom Rosengarten, die er sehr genau gefertigt hatte. Eben hatte ich mich ihm als Wirt aus Brenzone vorgestellt und meinen Gasthof als mögliches Quartier auf seiner Reise in den Süden empfohlen.
Als der Fremde zu essen begann, klappte er sein Buch zu und steckte es in eine alte, abgenutzte, braune Reisetasche, die überhaupt nicht zu seiner gepflegten Erscheinung passte.
Scheinbar bemerkte er mein Erstaunen darüber, weil er daraufhin unsere bisweilen belanglos verlaufene Unterhaltung fortsetzte.
Während er redete, streichelte eine Handfläche über die Tasche.
„Wissen Sie, Tommaso, diese Tasche hat schon viel gesehen und vor allem – sie hat mich immer wieder heimgebracht. Da sehen sie, die Gravur auf dem Metallblättchen. Er zeigte mit dem Finger auf die vierzeilige Inschrift und las sie voller Stolz vor:
  
Habe Frohnatur und Lust zu fabulieren – Deine Mutter
Bewahre des Lebens ernstes Führen – Dein Vater
Zum 20.Geburtstag,
Frankfurt, 28.August 1769

Der Fremde lächelte mich an und klopfte jetzt ein paar Mal mit seiner Hand auf die Tasche. Ich staunte über das Datum und begann, das Alter dieser Tasche zu errechnen. Fasziniert von meinem Ergebnis reagierte ich folgerichtig: „Donnerwetter, 243 Jahre ist die ja schon alt, Wahnsinn. Ein schönes Andenken an ihre Vorfahren. Die muss ja schon einiges erlebt haben! Reisen, Menschen, Kriege, Lieben. Herrlich! Und diese Gravur. Schön, sehr schön. Wenn man dies alles so leben kann. Frohnatur, Lust zum fabulieren, ernstes Führen des Lebens. Schön wär’s. Wissen Sie eigentlich, ob Ihre Vorfahren das befolgt, besser das gelebt haben? Ich will nicht neugierig sein, aber...“
Er unterbrach mich.
„Ich habe das gelebt, mein lieber Tommaso. Ja, doch, ich denke schon. Interessant, darüber nachzudenken. Alles zu summieren, alles abzuwägen, alles einzuschätzen, die Bilanz eines Lebens. Doch, Tommaso, doch. Nur... das mit den Frauen... die Liebe... na ja, ich denke, das war Kampf und Leiden, war zu viel, von allem zu viel, aber zugegebener Maßen auch schön. Ja, so denke ich, war es wohl.“

Ich lachte verschmitzt, wollte damit meine Verlegenheit verstecken. Er sprach ja so, als ob er schon tot wäre, also ob er auf sich herab blicken könnte, als ob er schon alles wüsste von seinem Leben, von seinen Lieben. Zu viel? Kampf und Leiden? Komischer Kerl.
Ich sah ihn an. Seine Augen, sein in den Mundwinkeln verstecktes spitzbübisches Lächeln, seine Gebärden. Ich griff nach dem Weinbecher, um meine Unsicherheit zu überspielen und prostete ihm zu. Prompt nahm er sein Glas und stieß mit mir an.
„Zum Wohl, Tommaso. Auf das Leben und...“ Er sah zu einer jungen Wanderin, die jetzt in der Tür der Einkehr stand und zu ihm herüber lächelte. „... und die Liebe, nicht wahr, wertes Fräulein?“
Ihre Wangen röteten sich, sie lachte irgendwie entzückt und verschwand wieder im Haus.
Der Fremde stapfte ihr hastig nach.
Nichts sah ich mehr von den beiden.

Vielleicht zwanzig Minuten später kam er alleine aus dem Haus, sein Gesicht voller Glück und Befriedigung, sein Gang einem Sieger gleichend.
„Ich muss jetzt runter ins Dorf, Tommaso. Die Kutsche fährt sonst ohne mich. Mach es gut. Vielleicht sehen wir uns in Brenzone. Habe die Ehre.“
  
„Kutsche ist gut. Passt zur Tasche. Ja, das ist gut,“ erwiderte ich lachend und streckte ihm die Hand entgegen....


Samstag, 13. Oktober 2012

Kommentar von Rena Larf zum Friedensnobelpreis 2012


Der Friesensnobelpreis schafft neue Motivation und Einigkeit

Kommentar von Rena Larf
12.10.2012
Als Europäer sollten wir stolz sein auf den historischen Erfolg von 60 Jahren Frieden auf unserem Kontinent. Sollten wir? Ja, denn wir leben noch. Das ist nicht selbstverständlich. Fragen wir mal unsere Eltern und Großeltern sofern sie noch unter uns weilen.
Wir tragen eine blütenweiße, friedliche Weste, - abgesehen von einem kleinen Schnitzer in der Geschichte Jugoslawiens, den wir Europäer ja schon längst wieder vergessen haben, weil es Jugoslawien ja gar nicht mehr gibt.
Die Auszeichnung aus Norwegen, das bekanntermaßen nicht zur EU gehört, ist ein Zeichen zur rechten Zeit in der Krise. Denn es lenkt ein bisschen ab von Währungsstreit und Schuldenhaftung, von Herabstufungen ganzer EU-Länder durch Ratingagenturen (wer hat eigentlich die Macht?) und von brennenden Hakenkreuzflaggen bei Angela Merkels jüngstem Athen-Besuch.
Der Friedensnobelpreis schafft neue Motivation und Einigkeit in einer Staatenunion die dieser Tage eher geprägt ist von Untergangsstimmung und zurückkehrendem, verstärkten Nationalismus und in dem nur noch wenige Europäer an den ganz großen Gedanken der Einigung glauben.
Dass sich deutsche Politiker freuen und in Schwärmerei ob des Geleisteten verfallen ist verständlich. Denn auch das lenkt ab. Von der eigenen Schwäche und Rückgratlosigkeit, von den eigenen ungelösten Problemen im Land und vom aufkeimenden Nationalismus in Deutschland.
Denn wer will den schon? Die Engländer, die Franzosen, die Amerikaner? Wer es heute wagt, sich als stolzer Deutscher zu fühlen, auch weil Deutschland einer der treibenden Motoren für die europäische Integration war und ist, dem weht ein knallharter Wind entgegen, der auf der Geschichte unserer Nation basiert. Immer noch.
Die Überwindung des nationalstaatlichen Denkens, der stärkere politische Einfluss in einer globalisierten Welt der damit einhergeht und für dauerhaften Frieden innerhalb Europas sorgt, den empfindet der ‚kleine Mann‘ allerdings auf der Straße heute nicht mehr. Die Angst vor Krieg wächst angesichts der Krisenherde ganz nah um uns herum; ebenso die Angst um das Ersparte - in Euro natürlich - , den es vielleicht im nächsten oder übernächsten Jahr gar nicht mehr gibt. Und was dann?
Da ist es doch schön, dass man sich jetzt zumindest als stolzer Europäer fühlen kann, als Teil eines ‚ausgezeichneten‘ Ganzen, für den meines Erachtens nach, diese Auszeichnung zu spät kommt. Freuen wir uns trotzdem! Sehen wir den Friedensnobelpreis 2012 als Auszeichnung für das Volk in Europa und nicht als Auszeichnung von gesichtsloser Politik.
Und auch wenn der Euro die Gräben zwischen den Nationen mittlerweile drastisch vertieft hat und das unbelehrbare Großbritannien an den Austritt aus der EU denkt, (haben die jemals richtig dazu gehört?) lassen wir mit Enthusiasmus unsere Visitenkarten neu drucken und tragen selbstbewusst an den Schluss unseres Lebenslaufes ein: „2012 – ausgezeichnet mit dem Friedensnobelpreis.“
Vielleicht öffnet das für Deutsche in der Europäischen Union ja Türen und Tore in London und Athen.

Donnerstag, 2. August 2012

Rena Larf wird Unterstützerin von ANUAS e.V. der einzigen bundesweiten Hilfsorganisation für Angehörige von Mord-/ Tötungs-/ Suizid- und Vermisstenfällen

„Ich wollte der Geschichte von Su, einer jungen Frau, die 2007 in Griechenland auf tragische Weise ums Leben kam, eine eigene Stimme geben, ihr Gehör verschaffen“, erklärt Rena Larf
http://www.anuas.de/?page_id=3414
Rena Larf wird nach einem Gespräch mit Marion Waade Unterstützerin von ANUAS e.V. der einzigen bundesweiten Hilfsorganisation für Angehörige von Mord-/ Tötungs-/ Suizid- und Vermisstenfällen

Dienstag, 24. Juli 2012

Impressum


Impressum gemäß § 6 Teledienstgesetz (TDG)
 
Domaininhaber und Ansprechpartner:



Rena Larf
Das Hamburger Literaturradio
Fanny-Lewald-Ring 33b
21035 Hamburg
Tel.: +49 (0) 040/180 592 44


Freitag, 25. Mai 2012

Rena Larf auf GT-Worldwide: "HAMBURG, die Stadt der halbfesten Beziehungen?"


HAMBURG, die Stadt der halbfesten Beziehungen?

Von Rena Larf


Ein Bekannter, den ich lange nicht mehr gesehen habe, schrieb mir vorgestern in einer Mail: "Ich habe eine halbfeste Beziehung... ich erzähl‘ dir mal mehr davon am Telefon!"

Komisch, denke ich, klingt irgendwie wie halb roh oder halb gar. Beides schmeckt nicht!

Und dabei rede ich nicht von den Seitensprüngen, Affären und Sexabenteuern der Liga der Ringträger auf autorisierten Autobahnrastplätzen in der Dämmerung. Da kann man kurz seinen sexuellen Genüssen erliegen und schön wieder nach Hause in den Mehrpersonenhaushalt mit PartnerIn, Kind und Katze/Hund zurückkehren.

Ich rede von Menschen, die als Singles leben, aber offensichtlich zeitweise Angst davor haben, so ganz und gar allein zu sein. Oder haben sie keine Angst?

Hamburgs zentrale Stadtgebiete wie Eimsbüttel, Sternschanze und Eppendorf werden mit ihren Einpersonenhaushalten immer mehr zu Single-Hochburgen.

Kinderwagen in Hausfluren findet man da kaum. Dafür tobt das Leben direkt vor der Tür. Allein ist man da selten, der Abendblatt-Veranstaltungskalender gibt für jeden Geschmack den entsprechenden Event her. Auch für Kurzfristige oder Jenachdemer.
Eine Bekannte, die in Eppendorf lebt – für sich, allein: „Ich hab’s nie weit. Wenn ich unter Menschen sein will, falle ich einfach aus der Tür und bin schon da!“

Sie macht auch keinen Hehl daraus, dass sie ab und an spontan jemanden mitnimmt. Für ein paar Stunden, manchmal auch für eine ganze, kurzlebige Nacht.
Danach ist sie wieder allein, für sich.

Der Bekannte vom Anfang erzählt mir am Telefon, dass er seine Halbfeste an drei Tagen in der Woche sieht. Er arbeitet viel, sie arbeitet viel. Da bleibt auch keine Zeit, sich wirklich was zu suchen. Diese Definition stört mich. Er redet von einer festen Partnerin wie von einer Sache, wie von einem WAS-Ding, das man zur Hand nehmen kann, wenn es einem danach ist. Und wieder wegstellt, wenn das eigene Leben ruft.

Er sagt, sie sind ein Jahr halbfest zusammen. Wieder dieses Wort. Er sagt auch, dass die Verbindung keine Zukunft hat, möchte aber mit der Nennung von 365 Tagen dieser Beziehung, von denen offenbar nur maximal 100 zusammen erlebt wurden, den Anschein von Dauerhaftigkeit vermitteln. Warum? Wieso beendet er es nicht, wenn es keine Zukunft hat? Wenn wir es allerdings genau betrachten, wünscht er es sich eben nicht dauerhaft im Sinne eines dauernden Beisammenseins, sondern vielmehr zerlegt in viele kleine, isolierte Teilstrecken oder Etappen.

Der Bekannte endet mit den Worten: „Ich bin wohl ein Teilzeit-Mensch. Ich teile meine Zeit, so wie es mir passt. So kann ich viel mehr allein und ungebunden machen und bin niemandem Rechenschaft schuldig. Schließlich haben wir auch Teilzeit-Beziehungen zu Nachbarn, Freunden, Arbeitskollegen und Familie!“

Nun, er ist keiner, der wie meine Eppendorferin in die nächste Bar hüpft und sich einen One-Night-Stand mit nach Hause nimmt. Er ist ein hart arbeitender, Musik machender, gut kochender, liebenswerter und gut aussehender Teilzeit-Mensch.

Was ist er in der anderen Hälfte seiner Zeit? Ein Egoist? Nein.

Letztendlich sind wir Menschen alle Einzelteile. Das einzige, was er wohl nach einer gescheiterten Ehe nicht mehr möchte, ist eine gesellschaftlich übliche Form der Verantwortlichkeit für einen anderen Menschen.
„Und?“, frage ich am Telefon.“Bist du manchmal eigentlich einsam?“

Es bleibt einen Moment länger als erwartet still am anderen Ende der Leitung.

Dann antwortet er: “Eine feste Beziehung ist kein Garant gegen Einsamkeit!“

Nun, das ist keine Antwort auf meine Frage.

Ich kann sein Lächeln nicht sehen, aber ich weiß, dass er es tut.

Und ich weiß, dass er Recht hat ...

Manches Halbfeste ist ehrlicher als eine Ehe!



Sonntag, 20. Mai 2012

Glückwunsch, Hamburg, zum 823. Hafengeburtstag

Glückwunsch, Hamburg, zum 823. Hafengeburtstag, sagt Rena Larf - natürlich Hamburgerin - und schon beginnt sie, loszuplaudern in ihrer GT-Kolumne " Mein Hamburg"

Freitag, 11. Mai 2012

R.I.P.Lieblingsjeans


R.I.P.Lieblingsjeans

Wer kennt sie nicht - die oberbescheuerten Scheuerstellen zwischen den Oberschenkeln kurz vorm Schritt? Liebwerte Freundinnen und Freunde.. ja, auch ihr Männer... dürft gerne unter dem folgenden Beitrag "R.I.P. Lieblingsjeans" den Daumen hoch klicken-Button 


betätigen:-))