Freitag, 25. Mai 2012

Rena Larf auf GT-Worldwide: "HAMBURG, die Stadt der halbfesten Beziehungen?"


HAMBURG, die Stadt der halbfesten Beziehungen?

Von Rena Larf


Ein Bekannter, den ich lange nicht mehr gesehen habe, schrieb mir vorgestern in einer Mail: "Ich habe eine halbfeste Beziehung... ich erzähl‘ dir mal mehr davon am Telefon!"

Komisch, denke ich, klingt irgendwie wie halb roh oder halb gar. Beides schmeckt nicht!

Und dabei rede ich nicht von den Seitensprüngen, Affären und Sexabenteuern der Liga der Ringträger auf autorisierten Autobahnrastplätzen in der Dämmerung. Da kann man kurz seinen sexuellen Genüssen erliegen und schön wieder nach Hause in den Mehrpersonenhaushalt mit PartnerIn, Kind und Katze/Hund zurückkehren.

Ich rede von Menschen, die als Singles leben, aber offensichtlich zeitweise Angst davor haben, so ganz und gar allein zu sein. Oder haben sie keine Angst?

Hamburgs zentrale Stadtgebiete wie Eimsbüttel, Sternschanze und Eppendorf werden mit ihren Einpersonenhaushalten immer mehr zu Single-Hochburgen.

Kinderwagen in Hausfluren findet man da kaum. Dafür tobt das Leben direkt vor der Tür. Allein ist man da selten, der Abendblatt-Veranstaltungskalender gibt für jeden Geschmack den entsprechenden Event her. Auch für Kurzfristige oder Jenachdemer.
Eine Bekannte, die in Eppendorf lebt – für sich, allein: „Ich hab’s nie weit. Wenn ich unter Menschen sein will, falle ich einfach aus der Tür und bin schon da!“

Sie macht auch keinen Hehl daraus, dass sie ab und an spontan jemanden mitnimmt. Für ein paar Stunden, manchmal auch für eine ganze, kurzlebige Nacht.
Danach ist sie wieder allein, für sich.

Der Bekannte vom Anfang erzählt mir am Telefon, dass er seine Halbfeste an drei Tagen in der Woche sieht. Er arbeitet viel, sie arbeitet viel. Da bleibt auch keine Zeit, sich wirklich was zu suchen. Diese Definition stört mich. Er redet von einer festen Partnerin wie von einer Sache, wie von einem WAS-Ding, das man zur Hand nehmen kann, wenn es einem danach ist. Und wieder wegstellt, wenn das eigene Leben ruft.

Er sagt, sie sind ein Jahr halbfest zusammen. Wieder dieses Wort. Er sagt auch, dass die Verbindung keine Zukunft hat, möchte aber mit der Nennung von 365 Tagen dieser Beziehung, von denen offenbar nur maximal 100 zusammen erlebt wurden, den Anschein von Dauerhaftigkeit vermitteln. Warum? Wieso beendet er es nicht, wenn es keine Zukunft hat? Wenn wir es allerdings genau betrachten, wünscht er es sich eben nicht dauerhaft im Sinne eines dauernden Beisammenseins, sondern vielmehr zerlegt in viele kleine, isolierte Teilstrecken oder Etappen.

Der Bekannte endet mit den Worten: „Ich bin wohl ein Teilzeit-Mensch. Ich teile meine Zeit, so wie es mir passt. So kann ich viel mehr allein und ungebunden machen und bin niemandem Rechenschaft schuldig. Schließlich haben wir auch Teilzeit-Beziehungen zu Nachbarn, Freunden, Arbeitskollegen und Familie!“

Nun, er ist keiner, der wie meine Eppendorferin in die nächste Bar hüpft und sich einen One-Night-Stand mit nach Hause nimmt. Er ist ein hart arbeitender, Musik machender, gut kochender, liebenswerter und gut aussehender Teilzeit-Mensch.

Was ist er in der anderen Hälfte seiner Zeit? Ein Egoist? Nein.

Letztendlich sind wir Menschen alle Einzelteile. Das einzige, was er wohl nach einer gescheiterten Ehe nicht mehr möchte, ist eine gesellschaftlich übliche Form der Verantwortlichkeit für einen anderen Menschen.
„Und?“, frage ich am Telefon.“Bist du manchmal eigentlich einsam?“

Es bleibt einen Moment länger als erwartet still am anderen Ende der Leitung.

Dann antwortet er: “Eine feste Beziehung ist kein Garant gegen Einsamkeit!“

Nun, das ist keine Antwort auf meine Frage.

Ich kann sein Lächeln nicht sehen, aber ich weiß, dass er es tut.

Und ich weiß, dass er Recht hat ...

Manches Halbfeste ist ehrlicher als eine Ehe!



Sonntag, 20. Mai 2012

Glückwunsch, Hamburg, zum 823. Hafengeburtstag

Glückwunsch, Hamburg, zum 823. Hafengeburtstag, sagt Rena Larf - natürlich Hamburgerin - und schon beginnt sie, loszuplaudern in ihrer GT-Kolumne " Mein Hamburg"

Freitag, 11. Mai 2012

R.I.P.Lieblingsjeans


R.I.P.Lieblingsjeans

Wer kennt sie nicht - die oberbescheuerten Scheuerstellen zwischen den Oberschenkeln kurz vorm Schritt? Liebwerte Freundinnen und Freunde.. ja, auch ihr Männer... dürft gerne unter dem folgenden Beitrag "R.I.P. Lieblingsjeans" den Daumen hoch klicken-Button 


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